Yoga in Kürze

(aus: “Warum Yoga” von Imogen Dalmann und Martin Soder)

Wollte man Yoga ganz kurz beschreiben, dann etwa so:

Yoga ist ein über lange Zeit gewachsener, lebendig gebliebener Schatz von Erfahrungen, Erklärungsmodellen, Übungen und Handlungsanweisungen. Gesammelt wurde er von Menschen, die sich interessierten für die Bedingungen von Glück, Leid, Unzufriedenheit und Freiheit. Was sie dabei vor über zweitausend Jahren entdeckten und seither in einer sich ständig ändernden Welt praktisch erprobten, lässt sich so zusammenfassen: Glück und Zufriedenheit sind nicht nur das Ergebnis von Zufall. Glück ist vielmehr in einem gewissen Maß machbar; um Zufriedenheit und Gelassenheit kann man sich bemühen.

Soll dieses Bemühen erfolgreich sein, braucht es allerdings einen langen Atem, Beständigkeit und nicht zuletzt Methode. Yoga entwickelte dafür nachvollziehbare Konzepte, überprüfbare Schritte und ein vielfältiges Angebot handfester und gut erprobter Vorschläge. Bei diesen Vorschlägen geht es um überraschend einfache Dinge wie Körperbewegungen und Atem, um Anregen und Entspannen.

Vielfältiger und komplexer sind sie allerdings in ihren Auswirkungen: Sie helfen, eine solide körperliche und emotionale Gundlage zu schaffen, von der aus ein Mensch seiner Umgebung offen und angstfrei begegnen kann. Dazu gehört nicht zuletzt die Pflege und Stärkung der eigenen Gesundheit als Voraussetzung für Wohlbefinden und Handlungsspielraum. Darüber hinaus tragen sie aber auch zu einer Verbesserung unseres alltäglichen Wahrnehmens, Verstehens und Handelns bei. Sie sensibilisieren uns für frühe Anzeichen möglicher Konflikte und helfen, uns vorausschauend zu verhalten.

Die Übungen des Yoga setzen dabei auf drei wesentlichen Ebenen an:
der des Körpers, der des Atems und der des Geistes

Das Besondere am System des Yoga ist die gelungene Verbindung dieser drei Ebenen unserer menschlichen Existenz im Üben. Wir sind nicht nur Körper, nicht nur Atem, nicht nur Geist. Wir sind ein Ganzes, in dem diese drei miteinander in einer lebendigen innigen Verbindung stehen. Für dieses Ganze, für das Individuum hat der Yoga seine Übungen auf geniale Art und Weise miteinander verwoben.